Robert Poensgen - Sechstageteilnehmer, Motorsportjournalist und Buchautor, der beste Fürsprecher, den der Geländesport sich in den 1960er und 1970er Jahren wünschen konnte!

Zum Motorrad hatte er schon in frühester Jugend eine Affinität entwickelt. Im Rahmen der damaligen Jugendförderung lernte die Jungen bereits ab 15 Jahren den Umgang mit Motorrädern auch und speziell im Gelände. Zum 18. Geburtstag bekam er von seinem Vater eine BMW 250 geschenkt.Unvermeidlich war dann, dass er als Kriegsberichterstatter im 2. Weltkrieg stets mit zwei oder drei Rädern unterwegs war. Im Rahmen der Gefangenschaft bei den Engländern bekam er den Posten eines Verbindungsmann zwischen den englischen und deutschen Behörden zugeteilt - sein Dienstfahrzeug eine englische BSA. Wilde Trainingsfahrten im Gelände regten seinen Sportsgeist und so geriet er kurz nach Gründung des Düsseldorfer Motorsportclubs auch in den Organisationsbereich für das 1. Moto Cross in Deutschland 1953 in Gerresheim.

Der Virus war gepflanzt. Beruflich orientierte er sich als Redakteur, schuf eine spezielle Motor- Seite beim „Mittag“ in Düsseldorf und kam dadurch auch mit der Motorradindustrie in Kontakt. Im Rahmen seiner journalistischen Aufgabe begleitete er in den Mittfünfzigern vor allem Zuverlässigkeits- und Fernfahrten. Der Wunsch selbst teilzunehmen, wurde immer stärker. Die Wuppertaler Tornax-Werke engagierten ihn als Pressesprecher, der auch die damaligen Werkseinsätze im Geländesport zu begleiten hatte.
Er erkannte, dass die Berichterstattung und die Teilnahme im Prinzip gut miteinander zu vereinbaren war. Tagsüber sammelte im Fahrerfeld seine Informationen, abends schrieb er seine Artikel, während die anderen bei der Siegerehrung feierten.


Nach seinen Solo-Einsätzen stieg er in den Gespannsport ein. NSU und BMW versorgten ihn mit Maschinenmaterial, Geländefahrten, Wintersternfahrten oder Langstrecken- Zuverlässigkeitsfahrten bestritt er zusammen mit einem jungen Mann aus der Düsseldorfer Nachbarschaft. Ein schwerer Sturz beendete dann seine Sportkarriere und er widmete sich in den nächsten Jahrzehnten der Berichterstattung über alle nationalen und internationalen Geländesport- Wettbewerbe.


Nordbayerische Zuverlässigkeitsfahrt 1956.
Das Interesse war damals groß, betrieben doch alle deutschen Motorradhersteller Werksmannschaften, die sehr erfolgreich agierten. BMW, Hercules/DKW und Zündapp schickten ihre Teams ins Rennen. Der größten Veranstaltung, der Sechstagefahrt, widmete er eines seiner Bücher mit dem Titel „Geröll, Motoren, feine Kerle“ (1929 bis 1964). das Mitte der Sechzigerjahre erschien. Auch das Buch „12 Jahre Deutsche Geländemeisterschaft“ entstammt seiner Feder und schildert die Szene von Beginn (1955) bis 1966.
Neben seinen eigenen Projekten half er auch als Drehbuchautor bei der Gestaltung der Sixdays- Filme („Der Sonnabend entscheidet“ 1961) aus England und Italien (1968) des Münchner Filmproduzenten Georg Thiess mit.


Adolf Scheuenstuhl, aktiver Fahrer und Beru- Renndienstbetreuer, informiert sich in Robert Poensgens “Sechstage-Tageszeitung”.
Seine journalistischen Arbeiten stellte er dann in den 70er bis 90er Jahren vor allem den Magazinen MOTORRAD, PS und MO zur Verfügung, berichtete für die Tagespresse von Geländewettbewerben, kreierte bei diversen Sechstagefahrten tagesaktuelle Zeitungen, zuletzt bei den Sixdsys im Siegerland, bei denen er auch gleichzeitig als Pressechef fungierte.
In den späten 70er Jahren schuf er mit dem „Handbuch für Motorradfahrer“ ein Grundlagen-Nachschlagewerk speziell für Einsteiger.
Bis Mitte der 90er Jahre war er täglich auf zwei oder drei Rädern unterwegs. Bedauert hat er, dass die deutschen Werke nach und nach aus dem Geländesport ausstiegen und dadurch die Stellung der deutschen Fahrer in den internationalen Wettbewerben an Strahlkraft verlor.

Natürlich reiste Robert Poensgen zum Herbsttreffen der Enduro- Senioren auf zwei Rädern an. Burchard Lenz durfte einmal probesitzen. In der Mitte Jochen Paul.
Freude bereitete ihm die Gründung der Enduro-Senioren durch Jochen Paul. Er war von Anfang an als Förderer mit dabei. Und wenn auch Mitte der 90er Jahre seine Gesundheit dem Thema Motorrad Grenzen setzte, konnte er doch mit ein bißchen Stolz darauf blicken, dass er der Mehrzahl seiner sieben Nachkommen mehrheitlich den Motorradbazillus vererbt hatte: Einer folgte seinen Spuren als Redakteur, zwei bekleideten wichtige Positionen in der Zweiradindustrie, zwei weitere engagierten sich im Verlagswesen beim Motorpresse-Verlag in Stuttgart.Als seine letzte Haupttätigkeit übernahm er den Posten des „Briefkasten-Onkels“ bei der Zeitschrift Motorrad, beantwortete bis zu 100 Leseranfragen im Monat.
Am 1. August 1996 verstarb er im Alter von 76 Jahren.
Herzlichen Dank an Hatto für Text und Bildmaterial.
Robert Poensgens Vita
Geboren 19.1.1920
Aufgewachsen in München und Umgebung
Gestorben 1.8.1996 in Horb am Neckar

Diese Titel von Robert Poensgen gehörten damals in jeden Bücherschrank eines Geländefahrers - heute sind es gesuchte Raritäten.

Auch für die Motorradzeitschrift “Z” war Robert Poensgen verantwortlich. Natürlich war der Geländesport Schwerpunkt. Ganze 32 Seiten berichtete Poensgen über die Sechstagefahrt 1966 in Schweden.


© Leo Keller 2026


